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Wednesday, February 25, 2026

Lassen Sie uns Yoga richtig verstehen


Heutzutage
gibt es kaum jemanden, der nicht zumindest eine ungefähre Vorstellung davon hat, was unter Yoga zu verstehen ist. Dass Yoga äußerst nützlich ist, wird von den meisten ganz selbstverständlich anerkannt. Viele Yogalehrer haben Bücher über Yoga verfasst, und einige davon sind sehr populär geworden.

Schaut man jedoch etwas genauer hin, so zeigt sich, dass die meisten dieser Bücher vor allem über die jeweils von den Autoren vertretenen spezifischen „Yoga-Formen“ sprechen. Zudem erklären viele dieser Werke Yoga aus einer eher anweisenden Perspektive. Yoga wird dabei wie eine Religion oder ein anderes glaubensbasiertes System als eine Art Glaubenslehre dargestellt.

Wenn in diesen Büchern beispielsweise über Asanas oder Atemübungen gesprochen wird, werden deren gesundheitliche Vorteile zwar eindeutig hervorgehoben. Doch wie genau diese Übungen die versprochenen Wirkungen erzielen, wird nur selten logisch nachvollziehbar erklärt. Auch empirische Belege zur Unterstützung der gemachten Aussagen werden nur spärlich angeführt.

Einige Lehrer werfen zudem verschiedene, teils widersprüchliche Vorstellungen und Sichtweisen ohne nähere Erläuterung zusammen und überhäufen die Leser mit Übertreibungen. Sie verwenden Begriffe wie kosmische Energie, Überbewusstsein oder übersinnliche Wahrnehmung. Was diese Begriffe jedoch tatsächlich bedeuten, wird nur selten klar erläutert oder definiert.

Mit vagen Analogien zu moderner medizinischer Terminologie oder zu Theorien der Quantenphysik versuchen manche Lehrer, ihren geheimnisvollen Konzepten einen wissenschaftlichen Anstrich zu verleihen.

Diese Art der Darstellung von Yoga führt zu zwei wesentlichen Problemen. Erstens: Wenn die grundlegenden Wirkmechanismen hinter Yoga nicht klar verstanden werden, ist es schwierig, seinen vollen Nutzen auszuschöpfen. Zweitens: Ein System, das nicht richtig verstanden wird, verformt sich im Laufe der Zeit und verliert schließlich an Bedeutung.

Was wir brauchen, ist ein klar definiertes Yogasystem mit soliden, tragfähigen Prinzipien. Ein System, das – soweit möglich – objektiv überprüfbar ist. Ein System, das verlässliche und nachvollziehbare Ergebnisse liefert.

Erfüllt das Yoga, das wir heute sehen, diese Maßstäbe?

Für die meisten Menschen bedeutet Yoga vor allem eine körperbezogene Praxis – einige Asanas oder Atemtechniken. Ihr Ziel ist in der Regel, die körperliche Gesundheit und Leistungsfähigkeit zu erhalten.

Gesundheit und körperliche Fitness sind zweifellos wichtig. Doch darauf ist Yoga nicht beschränkt.

Yoga umfasst ein weites Spektrum an Wirkungen: von der Förderung der allgemeinen Gesundheit über Stressabbau, Steigerung der Konzentrationsfähigkeit und Entwicklung mentaler Stärke bis hin zur Erfahrung eines schwer beschreibbaren inneren Glücks, zur höchsten Selbsterkenntnis und schließlich sogar zur Mitgestaltung einer friedlicheren und lebenswerteren Welt.

Doch einige dieser Aspekte sind nicht die eigentlichen Ziele des Yoga. Sie sind vielmehr natürliche Nebenwirkungen einer aufrichtigen und konsequenten Praxis. Darauf werden wir später noch eingehen.

Yoga besitzt eine jahrtausendealte Geschichte. Im Laufe der Zeit hat es zahlreiche Veränderungen durchlaufen und viele neue Ausprägungen angenommen. Was heute als Yoga präsentiert wird, ist lediglich eine verkürzte Form eines umfassenderen, ganzheitlichen Yoga.


 

Was also ist wahres Yoga?

Der weithin als Begründer des Yoga anerkannte Patanjali definiert Yoga wie folgt:

„Yoga – chitta writti nirodha.“.

Yoga bedeutet, die Bewegungen des Geistes zur Ruhe zu bringen.
– Yoga-Sutra 1.2.

Das heißt, Yoga befasst sich damit, den Geist in einen Zustand völliger Ruhe zu bringen. Doch ein ruhiger Geist ist nicht das eigentliche Endziel des Yoga. Die Beruhigung des Geistes ist lediglich eine Methode – ein Mittel, um einen Zustand jenseits des Geistes zu erreichen. Was genau das bedeutet, werden wir später betrachten.

Schon im zweiten Sutra von Patanjalis Yoga-Sutra wird deutlich, dass Yoga in erster Linie eine auf den Geist ausgerichtete Disziplin ist. Viele Aspekte dessen, was wir heute als Yoga kennen, spielen darin nur eine sehr geringe Rolle.

Lassen Sie uns etwas tiefer in dieses ursprüngliche Yoga eintauchen, das Patanjali gelehrt hat.

Patanjalis Yoga wird in seinem Werk, dem Yoga-Sutra, dargelegt. Es handelt sich um eine Sammlung von insgesamt 195 Sutras. Ein Sutra ist eine knappe Aussage, die in wenigen Worten einen tiefen Sinngehalt trägt.

Diese Sutras sind in vier Kapitel unterteilt: Samadhi-Pada, Sadhana-Pada, Vibhuti-Pada und Kaivalya-Pada.

Die Abgrenzungen zwischen diesen Kapiteln sind jedoch nicht besonders scharf. Die Themen fließen mehrfach über die Kapitelgrenzen hinweg. Es wirkt, als sei ein ursprünglich zusammenhängender Text später von jemandem in einzelne Teile gegliedert worden.

Die zentralen Aussagen des Yoga-Sutra finden sich vor allem in den ersten beiden Kapiteln. Sie behandeln die grundlegenden Prinzipien und Methoden. Da die späteren Kapitel eher wie nachträgliche Ergänzungen erscheinen, konzentriere ich mich in der Regel hauptsächlich auf diese ersten beiden Kapitel.

Nach Ansicht der meisten Gelehrten wurde Patanjalis Yoga etwa um 200 v. Chr. verbreitet. Einige ordnen ihn jedoch einer späteren Zeit zu, nämlich dem Zeitraum zwischen 400 und 600 n. Chr. Aus Gründen, die ich später noch erläutern werde, vertrete ich jedoch die Auffassung, dass Patanjali um 200 v. Chr. oder sogar noch früher gelebt hat.

An diesen Datierungen halte ich nicht übermäßig fest. Dennoch hilft eine zeitliche Einordnung manchmal dabei zu verstehen, wie sich bestimmte Ideen von einer Epoche zur nächsten weiterentwickelt haben. Um nachzuvollziehen, wie das heutige Yoga seine gegenwärtige Form angenommen hat und welche Einflüsse dazu beigetragen haben, ist dies durchaus hilfreich.

Das zentrale Anliegen von Patanjalis Yoga besteht darin, den Geist schrittweise in einen Zustand völliger Ruhe zu führen. Sein Ziel ist es, die höchste Wahrheit unseres individuellen Daseins zu erkennen.

Als Weg zu diesem Ziel wird die Meditation empfohlen. Körperhaltungen und Atemübungen werden in diesem Yoga nur am Rande erwähnt. Sie gelten lediglich als vorbereitende Maßnahmen für die Meditation. Die Förderung der Gesundheit war niemals das eigentliche Ziel.

Patanjalis Yoga umfasst acht Stufen. Es wird daher Ashtanga-Yoga genannt. Kurz zusammengefasst sind diese Stufen: Yama, Niyama, Asana, Pranayama, Pratyahara, Dharana, Dhyana und Samadhi.

Um das vollständige Buch anzuhören, besuchen Sie bitte https://tinyurl.com/mylibrary1234.

 
© Dr. King, Swami Satyapriya 2026

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